Weilmünster

Ihr seht mir nach, dass ich meine Heimatgemeinde Weilmünster ein wenig ausführlicher vorstelle. Die nachfolgenden Fotos sind vor allem oben aus den Gitterfenstern des Römerturms entstanden. kein Mensch weiß, woher der Turm seinen Namen hat, gibt es doch keinen Beweis dafür, dass sich die Römer hier überhaupt mal länger aufgehalten haben. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass sie auf der späteren Hessenstraße, die mitten durch Weilmünster führt, immer wieder mal unterwegs waren, gibt es doch Belege, dass sie im nicht fernen Lahnau sogar siedelten.

Ich hatte nicht immer eine gute Kinderstube …

Könnt ihr euch vorstellen, dass das hier an so manchem Tag in meinen ersten Lebensmonaten meine Kinderstube war?

Dieser heute vergitterte Stollen an der Weilstraße zwischen Weilmünster und Audenschmiede war in meinen ersten Lebensmonaten Zuflucht für die Stunden, in denen alliierte Flieger die Weiltalbahn angriffen. Immer, wenn die Sirenen Luftangriffe auf die Bahnstrecke ankündigten, packte meine Mutter mich und ein paar Siebensachen in den Kinderwagen und suchte Schutz mit anderen Audenschmiedern in diesem alten Bergwerksstollen. Da warteten sie dann in der feuchten Höhle mit allerlei Getier darauf, dass die Angriffe ein Ende nahmen. Erstaunlich, dass wir alle so resilient waren und ohne Trauma die neue Zeit des Friedens begrüßen und erleben konnten.

Die Angriffe auf die Weiltalbahn erfolgten damals nicht grundlos. Hitler, Göbbels und andere Nazis hielten sich damals im Taunus auf. Sie versteckten sich hier, während sie ihr Land und die Menschen draußen verbluten ließen. Von seinem Hauptquartier Adlerhorst in Ziegenberg wollte er die Ardennen-Offensive führen. Startflughafen war das Flugfeld bei Merzhausen, auf dem heute die Satellitenstation steht. Die Piloten waren heimlich in den umliegenden Gasthöfen untergebracht. Versorgt wurde der Flugplatz über den Bahnhof Wilhelmsdorf.

Die Ardennen-Offensive scheiterte, weil ihr der Treibstoff ausging. Hitlers Zug parkte damals in den Tunneln und Taleinschnitten der Weiltalbahn. Ursprünglich war der Tunnel zwischen Grävenwiesbach und Hasselborn als Unterstand für den Zug vorgesehen. Doch da war kein Platz. Dort wurden Flugzeugpropeller gefertigt. Höhepunkt derAngriffe war Heiligabend 1944. damals griffen weit über 2000 alliierte Bomber und Jagdflugzeuge Ziele im und um den Taunus herum an.

Nachdem die Ardennen-Offensive gescheitert war, zog Hitler sich in seinen Bunker in Berlin zurück. Dort machte er dem Grauen Ende April 1945 selbst ein Ende.

Wer aufmerksam durch unsere Wälder geht, findet an manchen Stellen noch Schützengräben und Bombentrichter. Die Natur ist dabei, sich diese zurückzuholen.

Wir Kinder von damals, unser ganzes Land und die Kinder von heute verdanken mutigen und beherzten Menschen aus vielen Ländern, die sich damals dem Terror-Regime entgegenstellten, Einigkeit und Recht und Freiheit.

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